Was bedeutet Sicherheit? - Interaktiver Online-Kreisrat vom 21. Februar 2022

Was bedeutet Sicherheit? - Interaktiver Online-Kreisrat vom 21. Februar 2022

Über dieses wichtige Thema haben wir als Junge Union Lichtenberg gesprochen und dabei ausreichend Raum für die eigenen Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Komplex „Sicherheit im öffentlichen Raum“ geschaffen.

Sicherheit als Thema
Sicherheit - ein Wort, 100 verschiedene Definitionen. Was ist Sicherheit überhaupt und was bedeutet sie? Fragen und Brainstorming standen im Fokus des digitalen Treffens im Kreisrat der JU Lichtenberg vom 21. Februar 2022.

Sicherheit ist uns besonders wichtig im öffentlichen Raum und im Internet beim Einkaufen, Surfen, Recherchieren, denn wir stellen uns die Frage, was passiert mit unseren Daten? Eine weitere Dimension von „Sicherheit“ betrifft die Verteidigungsfähigkeit des Landes.

Die gefühlte Unsicherheit
Haben festgestellt, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen der gefühlten (Un-)Sicherheit und der registrierten Kriminalität gibt. Gerade nachts auf der Straße, an Bahnhöfen, auf Großveranstaltungen, oder Weihnachtsmärkten fühlen sich viele Menschen unsicher.

Ein andersartiger Unsicherheitsfaktor kann die passende Werbung in den „sozialen Netzwerken“ sein, beispielsweise nachdem der User über ein Thema nur gesprochen und nicht im Internet recherchiert hat.

Unsicherheit ist oft mit anderen Menschen verbunden. Sie können als Risikofaktoren im öffentlichen Raum (z.B. im ÖPNV) wahrgenommen werden. Diebstahl ist hier der Oberbegriff.

Die Furcht, im öffentlichen Raum Opfer einer Straftat zu werden, steigt mit dem Alter. Eine Erklärung dafür ist die Annahme, ältere Menschen könnten sich schwerer verteidigen.

Ein oft angesprochenes Thema war „Zivilcourage“. Es gibt regelmäßig Berichte über Attacken an Bahnhöfen, bei denen niemand zur Hilfe springt.
Meistens basiert die Unsicherheit nicht auf eigenen Erfahrungen: Anhand von Geschichten anderer bekommt man Angst, wenn sich vermeintlich ähnliche Situationen abzeichnen.

Das Sicherheitsgefühl verbessern
Einige Möglichkeiten, um das Sicherheitsgefühl zu steigern:
Videoüberwachung,
Polizeipräsenz,
mehr Licht,
keine engen Gassen,
Mut und Zivilcourage zeigen.

Doch gleichzeitig kann Polizeipräsenz das Sicherheitsgefühl auch negativ beeinflussen. Der Platz kann als kriminalitätsbelasteter Ort wahrgenommen werden. Wenn mehr Polizei anwesend sei, könnten dort potenziell Verbrechen stattfinden.

**Erfasste Straftaten im Land Berlin und Bezirk Lichtenberg **
Basierend auf dem Kriminalitätsatlas in Berliner Bezirken nahmen wir an einem Quiz über erfasste Straftaten in Berlin und Lichtenberg teil. Die Fragen betrachteten die persönliche Einschätzung zu einzelnen Bereichen wie Fahrraddiebstahl oder zu Aufklärungsquoten.
Wie die Statistiken ergeben, sinkt die Kriminalität kontinuierlich seit den 1990ern Jahren. Bezogen auf alle Straftaten lag die Aufklärungsquote bei 46 Prozent im Jahr 2020, wobei Sachbeschädigung und Diebstahl besonders selten aufgeklärt werden (nur 20 bis 25 Prozent der Fälle). Dennoch gibt es auch in Lichtenberg punktuell „Hotspots von Kriminalität“, wie zum Beispiel Frankfurter Allee Süd. Dort ist ein Anstieg an Körperverletzungsdelikten zu verzeichnen.
Insgesamt steht Lichtenberg bei der Kriminalitätsrate trotzdem besser als andere Bezirke da.

Zudem haben wir uns die Polizeiliche Kriminalstatistik angesehen und über ausgewählte Deliktsbereiche in Berlin im Vergleich zu anderen Bundesländern, insbesondere zum ländlichen Raum, diskutiert.

Am Ende der Veranstaltung haben wir über die Einflussmöglichkeiten der Bezirksebene nachgedacht, um die Sicherheit vor Ort zu verbessern. Wir haben die Option, Straßenlaternen aufzustellen, um Angsträume zu minimieren. Bei anderen Aspekten, wie beispielsweise der Videoüberwachung im ÖPNV, sind unsere Möglichkeiten eher begrenzt.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für die wichtige Diskussion und bleiben dran für mehr Sicherheit in Lichtenberg!

Die Veranstaltung wurde von Jakob Löwenstein und Denis Haustein organisiert.

Weiterführende Links

AG Schulwegsicherheit im Bezirk
https://cdu-fraktion-lichtenberg.de/lokal_1_1_287_Schulwegsicherheit-als-oberstes-Gebot.html [zuletzt abgerufen am 22.02.2022].

Kriminalitätsatlas Berlin
https://www.kriminalitaetsatlas.berlin.de/K-Atlas/bezirke/atlasbez.html [zuletzt abgerufen am 22.02.2022].

Bericht eines Stasihäftlings - Rückschau zur Veranstaltung vom 24. Januar 2022

Warum Erinnerungskultur wichtig ist!

Der Kreisrat der Jungen Union Lichtenberg hat das Thema Erinnerungskultur für seine erste Veranstaltung des Jahres am 24. Januar 2022 ausgewählt. Zu Gast war Mario Röllig, Landesvorsitzender der LSU Berlin und DDR-Zeitzeuge. Im Rahmen einer digitalen Diskussionsveranstaltung berichtete er über seine Lebensgeschichte in der sozialistischen Diktatur, seine Flucht vor den Repressalien und ihre langanhaltenden Folgen und hat auf diese Weise auf den hohen Stellenwert einer Erinnerungskultur aufmerksam gemacht.

Mario Röllig wuchs in der DDR auf, konnte einen guten Ausbildungsplatz in einem Restaurant am Berliner Flughafen erlangen und hatte, so sagt er selbst: Ein sehr glückliches Leben. Bei einer Urlaubsreise verliebte er sich in einen West-Berliner und die zwei wurden schnell ein Paar. Doch hier wendete sich das Blatt. Die vielen Besuche aus West-Berlin machten die Stasi auf ihn aufmerksam. Schnell wurde er ausgefragt, bespitzelt und verlor seinen Arbeitsplatz.

Im Jahr 1987 beschloss er, aus der DDR über Ungarn nach Jugoslawien zu fliehen. Kurz vor der Grenze wurde Mario Röllig jedoch gefasst und kam ins Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) nach Hohenschönhausen. Nach seiner Freilassung drei Monate später ließ er sich aufgrund anhaltender Repressalien 1988 ausbürgern und zog nach West-Berlin.

In der anschließenden Diskussion hatten wir als JU Lichtenberg und die weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Chance, mit unserem Gast über seine Erfahrungen zu sprechen, ihre Folgen und darüber, was wir als Jugendorganisation tun können, damit das Unrecht nicht vergessen wird.

Mario Röllig teilte mit uns nicht nur seine persönliche Erfahrungen, sondern auch wertvolle Ideen und Hinweise für die Arbeit im Bezirk, die wir gerne aufnehmen werden.

Vielen Dank Mario!